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Hormone gehen mit zur Arbeit – was eine grosse Umfrage zeigt und wie TCM helfen kann

  • Autorenbild: Géraldine Bosshard
    Géraldine Bosshard
  • 16. Juli
  • 4 Min. Lesezeit
Hitzewallungen am Arbeitsplatz
Hitzewallungen am Arbeitsplatz

Kennst du das? Du sitzt im Meeting und suchst nach einem Wort, das dir gestern noch selbstverständlich über die Lippen kam. Du bist um sechs Uhr aufgewacht – zum dritten Mal in dieser Nacht – und funktionierst trotzdem den ganzen Tag. Nach aussen läuft alles. Innen drin fragst du dich, ob du dich auf dich selbst noch verlassen kannst.

Genau dieses Erleben hat eine grosse britische Umfrage jetzt sichtbar gemacht. Die Plattform Balance@Work rund um die Menopause-Spezialistin Dr. Louise Newson hat im Frühjahr 2026 über 5'500 Frauen zu ihrer Hormongesundheit im Berufsleben befragt. Die Ergebnisse haben mich als Therapeutin nicht überrascht – aber es ist etwas anderes, wenn das, was Frauen mir täglich in der Praxis erzählen, plötzlich schwarz auf weiss in Zahlen dasteht.


Brain Fog am Arbeitsplatz
Brain Fog am Arbeitsplatz

Die Zahlen, die mich am meisten beschäftigen

79 Prozent der befragten Frauen sagen, dass hormonelle Symptome ihre Arbeit oder ihre Karriereentscheidungen beeinflusst haben. Vier von fünf. Das ist kein Randthema, das ist die Regel.

Und was mich besonders aufhorchen liess: Es sind nicht die Hitzewallungen, die Frauen im Beruf am meisten zu schaffen machen. Die landeten in der Umfrage abgeschlagen auf Platz 13. Ganz oben stehen die unsichtbaren Symptome: Brain Fog und Konzentrationsprobleme (87%), Erschöpfung (86%), Schlafstörungen (72%), Angst und innere Unruhe (69%). Im Durchschnitt trägt eine betroffene Frau neun verschiedene Symptome gleichzeitig mit sich – und geht damit ganz normal zur Arbeit.

Denn das ist der zweite Punkt: Die meisten Frauen melden sich nicht krank. Drei von vier arbeiten weiter, obwohl sie spürbar eingeschränkt sind. Sie beissen sich durch – oft über Jahre. Die Folgen zeigen sich später: Jede vierte Befragte hat schon auf eine Beförderung verzichtet, fast ebenso viele haben eine Stelle deswegen aufgegeben. Bei den Frauen Ende sechzig – also mit dem Blick zurück auf ein ganzes Berufsleben – sagen 41 Prozent, dass sie mindestens einmal wegen hormoneller Beschwerden einen Job aufgegeben haben.

Erfahrene, kompetente Frauen verlassen ihre Position – nicht, weil ihnen die Fähigkeit fehlt, sondern weil ihnen niemand geholfen hat.


Die eigentlich gute Nachricht: Hilfe wirkt

Der für mich wichtigste Befund der Umfrage ist zugleich der hoffnungsvollste: Wenn hormonelle Beschwerden ernst genommen und behandelt werden, geht es den allermeisten Frauen deutlich besser – über 90 Prozent der behandelten Frauen berichten von einer Verbesserung. Etliche blieben in einer Stelle, die sie eigentlich schon aufgeben wollten.

Gleichzeitig berichten fast zwei Drittel der Frauen von Hürden auf dem Weg zu passender Hilfe, und viele suchen seit über zwei Jahren. Symptome werden abgetan, mit Schmerzmitteln oder Antidepressiva überdeckt, statt dass jemand hinschaut, was hormonell wirklich geschieht.

Daraus ziehe ich für meine Arbeit einen klaren Schluss – und der lautet nicht «TCM statt Schulmedizin». Er lautet: Frauen brauchen ein Netz. Eine gute gynäkologische oder endokrinologische Abklärung, wo nötig eine Hormonbehandlung und eine Begleitung, die den ganzen Menschen im Blick hat. Genau hier sehe ich die Stärke der interdisziplinären Zusammenarbeit: Hormonspezialist:innen und TCM-Fachpersonen ergänzen sich.


Wie die Traditionelle Chinesische Medizin dich unterstützen kann

Die TCM betrachtet die hormonellen Übergänge im Leben einer Frau – Zyklus, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Perimenopause, Menopause – nicht als Defekt, sondern als Wandlungsphasen, die begleitet werden wollen. Behandelt wird nie ein einzelner Laborwert, sondern immer dein individuelles Beschwerdemuster: Wie schläfst du? Wie ist deine Energie über den Tag? Wie reagiert dein Körper auf Stress, wie dein Zyklus? Hast du Gelenksbeschwerden?

In meiner Praxis arbeite ich dabei vor allem mit:

Akupunktur – sanfte japanische Nadeltechnik, die das vegetative Nervensystem reguliert. Gerade bei Schlafstörungen, innerer Unruhe, Erschöpfung und Brain Fog erlebe ich hier oft die deutlichsten Veränderungen – also genau bei den Symptomen, die laut Umfrage im Berufsalltag am schwersten wiegen.

Moxibustion und Elektroakupunktur – Wärme und feine Stimulation, um Energie aufzubauen, wo sie fehlt, und den Zyklus zu unterstützen.

Medizinische Massage und Tuina – weil hormonelle Umbruchphasen sich oft auch körperlich festsetzen: verspannter Nacken, Gelenk- und Muskelschmerzen, das Gefühl, nie richtig loslassen zu können.

Viele Frauen erzählen mir nach einigen Behandlungen nicht zuerst von einzelnen Symptomen, sondern von etwas Grundsätzlicherem: Ich fühle mich wieder wie ich selbst. Genau darum geht es.

Was du heute tun kannst

Nimm deine Symptome ernst. Brain Fog, Erschöpfung und Schlafprobleme ab Anfang vierzig sind kein persönliches Versagen und kein «Stress, der halt dazugehört» – sehr oft steckt eine hormonelle Veränderung dahinter.

Lass dich abklären. Eine gynäkologische oder hormonelle Standortbestimmung schafft Klarheit. Wenn du noch keine Anlaufstelle hast, unterstütze ich dich gerne mit einer Einschätzung, welche Abklärung sinnvoll sein könnte und leite dich zu einer Fachperson weiter.

Warte nicht jahrelang. Die Umfrage zeigt: Der Weg zur richtigen Hilfe dauert oft viel zu lang. Er muss es nicht.

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, melde dich gerne – für ein unverbindliches Erstgespräch in meiner Praxis am Stauffacher. Behandlungen sind über die Zusatzversicherung anerkannt (EMR, ASCA, OdA AM). Erkundige dich bei deiner Krankenkassen über die Beitragsbeteiligung.

AkuMitte – Akupunktur Mitte Zürich Géraldine Bosshard · Kanzleistrasse 4, 8004 Zürich (im House of Rouh) akumitte.ch · +41 79 820 24 10


Quelle der zitierten Zahlen: Balance@Work, «Hormone health at work: a hidden issue», Umfrage unter 5'592 Frauen, März–Mai 2026, initiiert durch Dr. Louise Newson / Balance App. Alle Interpretationen und Praxisempfehlungen in diesem Artikel stammen von der Autorin.

 
 
 

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